Trocken, leicht. pur

Philosophie eines ungewöhnlichen Winzers

„80 Prozent unserer Weine werden trocken ausgebaut und auch bei den fernherben und fruchtigen Weinen liegen wir auf der trockenen Seite des jeweiligen Geschmacksspektrums. Unsere Weine uns Sekte sind leicht und belebend, keine Alkoholbomben. Pur heißt für unsere Weine: klar strukturiert, rebsortenreiner Ausbau. Spontanvergärung zur Betonung des Terroir-Charakters und der Saartypizität.“ Die Philosophie des Weingutes REVERCHON in Kurzform lässt ahnen, mit welcher Hingabe und Passion hier gearbeitet wird. Ein wahrlich ungewöhnlicher Winzer macht sich seit 2007 auf, dem Saar-Riesling zu der Ehre zu verhelfen, der ihm gebührt. Wir durften ihn im Weingut in Konz-Filzen besuchen: Hans Maret lud zur Jahrespräsentation inklusive Klavierkonzert.

Die Geschichte des Weingut REVERCHON ist beeindruckend, aber auch bewegt. Seit etwa 1000 Jahren wird im Filzener Herrenberg Wein angebaut. Gegründet durch die Kirche, ging das Weingut 1685 zunächst in Privatbesitz der Familie Staad über. 1921 übernahm dann die Familie REVERCHON. Das feine Saarklima, die imposanten Steillagen der Weinberge in der Region und die idyllischen Plätze inspirierten die Besitzer damals wie heute. Aber auch wenn Hans Maret mit einem Zwinkern im Auge sagt: „Guten Wein machen, ist kontrolliertes Nichtstun“, so sieht man doch, dass es viel Arbeit gibt auf einem Weingut.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen an die Winzer der Region Mosel-Saar-Ruwer veränderten sich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhundert erheblich. Die Welt der Weine wuchs global. Immer neue Anbaugebiete weltweit und ein damit einher gehender Wettbewerb mit großen Mengen und unterschiedlichsten Qualitätsansprüchen verursachte auch bei dem einen oder anderen deutschen Winzer eine gewisse Abkehr von tradierten Werten. Und wer in diesem Spiel aufs falsche Pferd setze, der sah sich zu Beginn des neuen Jahrtausend unüberbrückbaren Problemen gegenüber. So erging es auch REVERCHON. 2007 stand das Weingut vor dem Ende. Manchmal ist ein Neuanfang aber auch eine glückliche Fügung. Für das Traditionsweingut REVERCHON kam diese in Person von Hans Maret.

 

 

Der in Trier geborene Sohn eines Arztes hatte schon früh mit Wein zu tun. Sein Vater pflegte die Freundschaft zu den Winzern, lud regelmäßig zu Degustationen und Blindverkostungen mit Bewertungen ein und galt als wichtige Instanz für die Weinproduzenten. Hans Maret durfte diesen Treffen als Junge beiwohnen und lernte viel über Qualität und Anspruch von Weinen. Ganz speziell natürlich über den Riesling. Sein Weg führte ihn aber später in die Welt der Finanzen. 20 Jahre als Wirtschaftsprüfer der sehr namhaften Gesellschaft Arthur Andersen, sowie sechs Jahre Mitinhaber des Bankhauses Oppenheim und heute Mitglied des Investment Committees des Private Equity Fonds Triton weisen ihn als erfolgreichen und international anerkannten Finanzprofi aus. Mit dem Erwerb des Weingutes REVERCHON im Jahre 2007 hat sich Hans Maret einen kleinen Traum erfüllt. Die Liebe zum Wein, der unbedingte Qualitätsanspruch an große Gewächse und die Verbundenheit zur Region sind dabei die persönlichen Motive und Leidenschaften. Das Wissen um strategische Planung, gewohnt, richtige Entscheidungen zu treffen und dem Team größtmögliche Entfaltungsfreiheit zu gewähren, halfen Maret und dem Weingut, in relativ kurzer Zeit zu neuen Ehren zu kommen. Heute präsentiert sich das Weingut REVERCHON noch schöner, als je zuvor. Liebevoll restaurierte Gebäude in zartem altrosé, kräftigen Rottönen und efeuumrankt laden zum Besuch ein. Die oberhalb gelegenen Steillagen, wo auch der berühmte Filzener Herrenberg reift, sind bestens gepflegt und mit großem önologischem Know How bearbeitet. Eine gelungene Symbiose aus Naturverbundenheit, bearbeitungstechnischen Möglichkeiten, fundierten Landwirtschaftskenntnissen, großem Teamgeist und brillantem Wirtschaftswissen. Also keineswegs „kontrolliertes Nichtstun“, sondern das Zusammenführen von Befähigungen. Wenn daraus ein solch guter Wein und Sekt entsteht, dann muss Hans Maret alles richtig gemacht haben.

 

 

Schon zwei Jahre nach der Übernahme erhielt REVERCHON die erste Gault Millau „Traube“. Ein Jahr später wurde die „Alte Rebe“ zum besten trockenen Moselriesling gekürt. Inzwischen zählen die REVERCHON Weine und die handgerüttelten Sekte zu den besten Gewächsen, werden in der Region, aber auch in ganz Deutschland sehr geschätzt. In den Weinkarten bester Restaurants und Hotels findet man den Filzener Herrenberg Riesling oder Pulchen G.C. Riesling ebenso, wie im fernen China oder in den USA. Ein deutlicher Beweis dafür, dass Qualität vor Menge rangiert und der wirtschaftliche Erfolg von einer Philosophie abhängig ist, die manchmal nur „trocken, leicht und pur“ sein muss.

Der Winzer Maret versteht es überdies, den Weingenuss mit weiteren schönen Dingen zu paaren. Im Rahmen der Jahresweinpräsentation lud er gemeinsam mit der Konzer Sommerakademie zu „Klavierklassik zu Sekt und Wein“ ins Weingut ein. Junge Talente aus der ganzen Welt waren angereist. Verschiedene Werke von Chopin, Brahms, Liszt und Beethoven verführten die Besucher in eine außergewöhnliche Klangwelt und Romantik. „So einen schönen Ort habe ich in meinem Leben noch nie gesehen, geschweige denn, dort gespielt“, schwärmte Han-Wen Yu aus Taiwan. Ein Kompliment für das Weingut REVERCHON, eine Bestätigung für Hans Maret, der sich an diesem Abend mit einem Glas Wein in der Hand freute. Alles richtig gemacht, Herr Maret!

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